Theravada Gruppe Salzburg

Gründung im Herbst 1993

Theravada bedeutet wörtlich die Lehre der Älteren. Es ist die älteste und ursprünglichste Form des Buddhismus und wird vor allem in südostasiatischen Ländern, wie Sri Lanka, Burma, Kambodscha, Laos, Thailand, Vietnam praktiziert.

Als Autorität für den Theravada-Buddhismus gilt allein der Pali-Kanon, der als Tipitaka (Dreikorb) bezeichnet wird und der, wie sein Name sagt, aus den drei Teilen Suttapitaka, Vinayapitaka und Abhidammapitaka besteht. Der Suttapitaka beinhaltet die Lehrreden des Buddha, der Vinayapitaka die Mönchs- und Nonnenregeln und der Abhidhammapitaka philosophische und psychologische Lehren.

Eine grundlegende Praxis von Buddhistinnen und Buddhisten (Theravada) ist die dreifache Zufluchtformel, d. h. mündlich Zuflucht zum Buddha, seiner Lehre (dhamma) und der Gemeinde (sangha) zu nehmen:

buddham saranam gacchami. Ich nehme Zuflucht zum Buddha.

dhammam saranam gacchami. Ich nehme Zuflucht zur Lehre.

sangham saranam gacchami. Ich nehme Zuflucht zur Gemeinde;

 

und die Praxis der fünf Verhaltensempfehlungen (pancasila):

Lebendiges umzubringen will ich mich enthalten.

Nichtgegebenes zu nehmen will ich mich enthalten.

Des falschen Gebrauchs der Sinne will ich mich enthalten.

Falscher Rede will ich mich enthalten.

Berauschender Mittel will ich mich enthalten.

Die Praxis der pancasila impliziert die Entwicklung von Freigebigkeit, Freundlichkeit, Toleranz, Geduld und Solidarität.

Diese Eigenschaften bilden die Basis für die Entwicklung von samadhi, geistige Konzentration, die wiederum Voraussetzung für die Meditation (bhavana) ist. Eine wichtige Meditationstechnik der Theravada-Schule ist die Vipassana-Meditation. Vipassana bedeutet wörtlich "klar sehen, Klarblick", im weiteren Sinne "die wirklichkeitsgemäße Wahrnehmung der drei grundlegenden Merkmale des Daseins, nämlich Vergänglichkeit (anicca), Leidhaftigkeit (dukkha), Substanzlosigkeit der Phänomene der Welt (anatta)". Um diese Merkmale wirklich erfahren zu können, ist ein ständiger Beobachtungsprozeß, der mit wacher Achtsamkeit verbunden ist, notwendig. Diese wache Achtsamkeit kann mit Hilfe von vier verschiedenen Methoden geübt werden, nämlich ständige Beobachtung des Körpers, der Gefühle, der Gedanken und der Geistobjekte (dhammas). Bei der Vipassana-Meditation wird meist der Atem als Meditationsobjekt verwendet.

Als Grundlehren des Theravada-Buddhismus gelten die Vier Edlen Wahrheiten und der Edle Achtgliedrige Pfad. Die erste der Vier Edlen Wahrheiten besagt, daß eine grundlegende Eigenschaft aller Phänomene der Welt Leidhaftigkeit oder Unbefriedigung ist. Die zweite besagt, daß die Ursache der Unbefriedigung das Begehren ist. Die dritte erklärt, daß durch die Aufhebung des Begehrens die Leidbefreiung erlangt werden kann und die vierte zeigt den Weg zur Leidbefreiung in Form des Edlen Achtgliedrigen Pfades, dessen Glieder Rechte Erkenntnis, Rechte Gesinnung, rechte Rede, Rechtes Handeln, Rechter Lebensunterhalt, rechte Anstrengung, Rechte Achtsamkeit und Rechte Sammlung sind.

Die Theravada Gruppe Salzburg hat die Lehre und Praxis des Theravada-Buddhismus nach dem Pali-Kanon zum Ziel. Bei der Meditation wird vor allem die Vipassana-Meditation als Technik angewandt.

Lehrer und spiritueller Leiter der Theravada Gruppe Salzburg ist der Ehrw. Seelawansa Thero.

 

www.salzburg.co.at/chalupny.paul.dr.med/theravada.htm